Professionelle Responsivität in der Praxis

Was ist professionelle Responsivität genau?

Professionelle Responsivität bedeutet, (kindliche, elterliche, kollegiale) Signale und Bedürfnisse nicht nur einfühlsam wahrzunehmen, sondern auch professionell darauf zu reagieren. Dabei werden individuelle Faktoren wie Entwicklungsstand, kultureller Hintergrund oder Wertehaltungen ebenso berücksichtigt wie das institutionelle Umfeld – also andere Kinder, Eltern, Kolleg*innen, organisatorische Rahmenbedingungen und deren Wechselwirkungen.

Im Zentrum steht eine feinfühlige, situationsangemessene Interaktion, die Stress reduziert und Entwicklung unterstützt. Besonders wichtig sind dabei sogenannte Mikrotransitionen – kleine Übergänge im Alltag, die achtsam gestaltet werden, um Sicherheit und Orientierung zu geben.

Welche Bereiche umfasst die professionelle Responsivität?

Professionelle Responsivität ist keine Methode, sondern ein Handlungskonzept. Jede Situation stellt andere Anforderungen an Sie als professionellen Akteur Ihres Feldes und an Ihre Interaktionspartner.

Ziel ist es, mit fachlicher Sicherheit und empathischer Haltung flexibel auf die jeweilige Situation und die jeweilige Person einzugehen.

Wir sehen professionell responsives Handeln in folgenden Bereichen verortet: 

    • Interaktion mit Kindern
    • Interaktion mit Eltern
    • Interaktionen zwischen den Fachkräften
    • Leitungshandeln
    • Interaktion mit Führungskräften auf Trägerseite

Im frühpädagogischen Kontext wird sich inhaltlich an den Aktivitäten des Lebens orientiert. Diese umfassen beispielsweise Bereiche wie Pflege, Mahlzeiten, Schlafen, Konflikte oder Ausscheidungsautonomie. 

Hier können Sie sich ein konkreteres Bild von unseren Inhalten machen. 

Wer steht hinter der professionellen Responsivität?

Das Konzept der professionellen Responsivität basiert auf der Bindungstheorie (Ainsworth) und wurde von Prof. Dr. Dorothee Gutknecht und Maren Kramer zunächst für den Krippenbereich entwickelt. Später wurde es auf die Elementarpädagogik ausgeweitet und erstmals bei den Stadtzwergen Heilbronn praktisch umgesetzt. Durch Publikationen, Fortbildungen und Vorträge verbreitet sich das Konzept zunehmend in der Fachwelt.